Biologie
- Allgemeine Informationen zu Open Access in der Biologie
- Open-Access-Zeitschriften
- Disziplinäre Repositorien und Datenbanken
- Beiratsmitglied der Informationsplattform aus dem Bereich Biologie
Im Folgenden sind einige Informationen über Open Access im Bereich Biologie zusammengestellt. Wenn Sie weitere Tipps und Anregungen zu diesem Bereich haben, zögern Sie nicht, uns eine E-Mail zu schicken!
Allgemeine Informationen zu Open Access in der Biologie
Open Access ist in den Biowissenschaften durch die Aktivitäten einschlägiger Open-Access-Zeitschriftenverlage und durch mehrere in der Forschung unverzichtbare Faktendatenbanken der Molekularbiologie und Bioinformatik inzwischen fest verankert.
Förderung von Open Access durch Organisationen und Fachgesellschaften
Die biowissenschaftlichen Fachgesellschaften sind relativ zersplittert und haben bisher in der Open-Access-Diskussion eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Allerdings hat die Deutsche Zoologische Gesellschaft ihre Mitglieder per E-Mail-Verteiler aufgefordert, die Petition zu Open Access an die Europäische Gemeinschaft zu unterzeichnen. Die Bundesfachschaftentagung Biologie hat in einer Erklärung im Juli 2005 nachdrücklich den Open-Access-Gedanken unterstützt.
Open-Access-Verlage im Bereich Biowissenschaften
Die Public Library of Science (PLoS) ist ein nichtkommerzieller Open-Access-Verlag, der 2001 unter maßgeblicher Beteiligung des Medizin-Nobelpreisträgers und ehemaligen Direktors der U.S. National Institutes of Health Harold Varmus mit dem Ziel gegründet wurde, qualitativ hochwertige Open-Access-Zeitschriften, vergleichbar mit Science oder Nature, herauszubringen. Als erste Zeitschrift wurde im Oktober 2003 die Zeitschrift PLoS Biology gegründet, gefolgt von PLoS Medicine in 2004, deren Impact-Faktoren ein hohes wissenschaftliches Niveau dokumentieren (2009: 12.9 bzw. 13.1). Ihnen folgten mittlerweile fünf weitere Zeitschriften, die im Science Citation Index (bis auf die jüngsten zwei) sowie in verschiedenen wissenschaftlichen Referateorganen und Zitationsdatenbanken ausgewertet werden.
Die PLoS-Zeitschriften finanzieren sich zum Teil über Autorengebühren (zwischen $1.300 und $2.850 pro Artikel), die sich durch institutionelle Mitgliedschaften ermäßigen. Für die Anschubfinanzierung von PLoS standen Stiftungsgelder in Höhe von neun Mio. Dollar zur Verfügung.
BioMed Central ist ein 1998 gegründeter, unabhängiger Open-Access-Verlag in Großbritannien, der knapp 190 Open-Access-Zeitschriften publiziert (Stand Semptember 2008). 41 Zeitschriften von BioMed Central haben offizielle Impact-Faktoren, für 85 weitere Zeitschriften sind inoffizielle Impact-Faktoren für 2007 bekannt. Die Zeitschriften von BioMed Central finanzieren sich ebenso wie die der Public Library of Science über Autorengebühren (zwischen $180 und $2.445 pro Artikel). Alternativ ist auch die Finanzierung über Mitgliedschaften möglich, deren Beitragshöhe von der gewählten Art der Mitgliedschaft, der Größe der Institution und/oder der Anzahl publizierter Artikel abhängt. Die Gebühr für den Autor/die Autorin entfällt dann bzw. reduziert sich. Zu den Mitgliedern zählten im Juni 2008 319 Institutionen, vor allem Universitäten.
Die Virtuelle Fachbibliothek Biologie vifabio ist seit 30. März 2007 online und bündelt wie andere Virtuelle Fachbibliotheken den Zugang zu freien und lizenzierten Angeboten. Integriert in das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte überregionale Angebot sind Bibliothekskataloge, ausgewählte Internetquellen, elektronische Zeitschriften, Datenbanken und Volltexte. In dem Internetquellen-Führer sind derzeit ca. 1.000 qualitätskontrollierte Internetquellen aus allen Teilgebieten der Biologie in einer Datenbank erfasst und beschrieben. Die mehr als 400 biologischen Online-Datenbanken unter den
Internetquellen der Virtuellen Fachbibliothek Biologie sind gezielt über den Menüpunkt Datenbanken erreichbar. Viele sind kostenfrei über das Internet zugänglich. Ausführliche Erläuterungen erleichtern die Nutzung der Nationallizenzen, die viele neue Zugriffsmöglichkeiten auf relevante biologische Publikationen und Datenbanken bieten.
Open-Access-Zeitschriften
Das Directory of Open Access Journals weist für die Bereiche Biology and Life Sciences und Health Sciences zwischen 550 und 620 Open-Access-Zeitschriften aus. Diese Anzahl liegt um ein Mehrfaches höher als in den STM-Fächern Informatik bzw. Physik.
- BioMed Central (BMC) knapp 200 medizinische und biologische Open-Access-Zeitschriften
- Public Library of Science (PLoS), 7 medizinische und biologische Open-Access-Zeitschriften
- PubMed Central (PMC), digitales Archiv der U.S. National Institutes of Health (NIH) für biomedizinische und lebenswissenschaftliche Fachzeitschriften
- Die Virtuelle Fachbibliothek Biologie vifabio bietet - in Zusammenarbeit mit der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) - einen bequemen Zugang auf die zahlreichen elektronischen Zeitschriften der Biologie. Die Zugangsoptionen der jeweiligen Zeitschrift signalisiert ein Ampelsystem, in dem Open-Access-Zeitschriften grün gekennzeichnet sind.
Während in anderen Bereichen Open-Access-Zeitschriften mit hohen Journal-Impact-Faktoren eher rar sind, gibt es in den Biowissenschaften eine stattliche Anzahl von Zeitschriften mit zum Teil herausragenden Werten.
Auswahl
Sortierung nach Journal-Impact-Faktoren, die der Online-Ausgabe der Journal Citation Reports (Copyright 2009) entnommen sind.
- PLoS Biology
Thematik: Gesamtgebiet der Biologie von der Ökologie bis zur Molekularbiologie
Public Library of Science, 2003-
Impact-Faktor: 12.916 - Genome Biology
BioMed Central; Genome Biology Ltd., 2000-
Impact-Faktor: 6.626 - BMC Developmental Biology
BioMed Central, 2000-
Impact-Faktor: 3.290
Weitere Open-Access-Zeitschriften
- Tropical Conservation Science ist eine begutachtete Open-Access-Zeitschrift, die Arbeiten zur Erhaltung des Regenwaldes und anderer tropischer Ökosysteme veröffentlicht.
Disziplinäre Repositorien und Datenbanken
Repositorien
Preprints oder Postprints und entsprechende Repositorien sind in den Biowissenschaften bisher weniger verbreitet. Hervorzuheben ist die in zehn Teilarchive gegliederte Abteilung Quantitative Biology innerhalb des bekannten Preprint-Repository arXiv.org.
Suchmaschinen und Datenbanken
Siehe auch Open Access zu Daten
- PubMed:
Die Datenbank PubMed der U.S. National Library of Medicine (NML) ist die Webvariante der Datenbank MEDLINE mit Links zu den Volltexten und verschiedenen Datensammlungen. MEDLINE wertet ca. 5.000 biomedizinische Zeitschriften aus und weist über 14 Mio. Publikationen nach. - BioMedSearch ist eine Suchplattform, die im Dezember 2009 gestartet wurde. Sie enthält neben sämtlichen Publikationen aus PubMed/MEDLINE einige weitere Zeitschriften und eine Sammlung von Abschluss- und Doktorarbeiten.
- Human Genome Projekt:
Das Projekt wurde in den USA im Oktober 1990 als Projekt eines öffentlich finanzierten internationalen Forschungsverbundes gegründet. Zu Beginn nahmen über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 40 Ländern teil. Ziel war die Sequenzierung des menschlichen Genoms. Das Projekt war ursprünglich auf 15 Jahre angelegt, erreichte sein Ziel aber bereits 2003. - GenBank:
Die GenBank ist eine Datenbank der U.S. National Institutes of Health (NIH), die alle öffentlich zugänglichen DNS-Sequenzen enthält. - Die Virtuelle Fachbibliothek Biologie vifabio ermöglicht den schnellen Zugriff auf ca. 400 biologische Online-Datenbanken.
- Biomedical Engineering:
Eine Zusammenstellung von zehn weiteren, frei zugänglichen Datenbanken von den Agrarwissenschaften bis zur Protein-Forschung findet sich auf dieser Fachinformationsseite des CCNY (City College of New York) Libraries unter der Zwischenüberschrift Open Access Databases (Suchfunktion des Browsers benutzen).
Beiratsmitglied der Informationsplattform aus dem Bereich Biologie
Prof. Dr. Diethard Tautz - Präsident der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG), Editor-in-Chief Frontiers in Zoology
















